Mittwoch, 26. November 2014

Bestandsaufnahme nach 1000 elektrischen Kilometern

Seitdem der Scirocco sich wieder bewegen kann hat er mittlererweile 1000km absolviert. Nach etwa 700km habe ich alle Batterieboxen nochmal geöffnet und die Veschraubungen aller Zellverbinder kontrolliert. Dabei ist nichts aufgefallen, nichts hat sich losgerüttelt, obwohl der tiefer und härter gelegte Scirocco sich echt Mühe gegeben hat.

Vom ersten Tag an habe ich die gefahrenen Kilometer und die getankten kWh protokolliert, so dass ich hier jetzt eine ungeschönte Tabelle zum Stromverbrauch meines Umbaus zeigen kann. Mir ist letztens erst ein Vergleichstest von vier Serienautos mit reinem Elektroantrieb in die Finger gekommen. Die lagen alle zwischen 13 und 14 kWh pro 100 Kilometer. Ich konnte den Beschreibungen aber nicht entnehmen, ob das Werte von eigenen Tests oder einfach nur Herstellerangaben waren. Da z.B. der e-Golf mit 1600kg ungefähr 600kg schwerer als mein Wagen ist, beide aber einen ähnlichen Verbrauch zu haben scheinen, habe ich die Vermutung, dass es sich um geschönte Herstellerangaben gehandelt hat.

Verbrauchswerte

Bei meiner Tabelle ist mir aufgefallen, dass wir einmal einen Temperatursturz hatten, seit dem ich einen etwas höheren Verbrauch habe. Weiterhin fahre ich mittlererweile morgens und nach Feierabend immer mit Beleuchtung, was sich auch bemerkbar macht.

Zwischenzeitlich hatte ich mal eine kurze Panikattacke, als mir auffiel, das zwei meiner Zellen unter Last immer unterhalb der übrigen lagen. Dank BMS bekommt man solche Details ja zu sehen. Ich habe aber zwei Akkubrücken in meinem Batteriepack, da ich ja alle Zellen auf drei Batteriekästen verteilt habe. Das BMS hat je Zelle eine Messleitung (außer an der ersten Zelle) und ermittelt dann jeweils die Spannung jeder Zelle über zwei dieser Messleitungen. Der Pluspol von Zelle 1 ist ja mit dem Minuspol von Zelle 2 verbunden, so dass man die Spannung von Zelle 2 also auch mit einem Kabel am Pluspol der Zelle 2 und dem anderen Kabel am Pluspol der Zelle 1 ermitteln kann.

Das spart eine Menge Kabel, allerdings wenn die Zellen z.B. durch 4m HV Kabel zwischen Kofferraum und Motorraum verbunden sind, geht der Spannungsabfall an diesem Kabel in die Messung der einen Zelle ein und verfälscht den Messwert.
Eine solche Akkubrücke kann man im BMS konfigurieren, damit sie beim Auslösen im Falle von Unterspannung und natürlich auch beim Laden berücksichtigt werden kann. Mir war nur zunächst nicht klar, das die im Bluetooth Terminal angezeigten Werte während der Fahrt noch die unkorrigierten Spannungswerte waren und da lagen jetzt zwei Zellen wegen des Spannungsabfalls an den HV Leitungen zwischen den Batterieboxen etwas niedriger.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Nachtrag: dem Scirocco wird kräftig eingeheizt

Vor dem TÜV Termin musste noch einige Kleinigkeiten erledigt werden und der Termin war so knapp, um dann nicht erst den Urlaub des TÜV Prüfers abwarten zu müssen. Darunter hat dann leider meine Berichterstattung bzgl. der Standheizung etwas gelitten.

Ich hatte den Einbau vom Heizgerät und des Tanks soweit vorgenommen und in einer Werkstatt nur noch die letzten Handgriffe und die Inbetriebnahme vornehmen lassen. Letzteres war auch gut so, weil wir kurz nach dem Einschalten in einer großen Qualmwolke standen und ich selbst bestimmt sofort 'den Stecker gezogen' hätte. Da waren aber offensichtlich nur beim Befüllen des Wärmetauschers ein paar Tropfen Kühlflüssigkeit auf das Heizgerät und dessen Auspuffanlage gekommen. Weiterhin scheint eine neue Standheizung in den ersten Betriebminuten auch noch einen fiesen Geruch abzugeben. Da war ich froh, dass der Profi an meiner Seite die Ruhe bewahrt hat, da ja letztendlich auch alles o.k. war.


Ruck-zuck waren die Schläuche warm und über das Gebläse kam die warme Luft im Innenraum an. Die Heizung pausierte auch brav, als die Betriebstemperatur erreicht war und die Wärme vom Wärmetauscher erstmal abgenommen werden musste. Etwas erschreckend war für mich nur die Geräuschkulisse in dem Moment, wenn die Heizung in Betrieb geht. Das hat schon was von startenden Turbinen eines Düsenjets und das wäre vielleicht nochmal ein kurzes Video wert. Momentan überwiegt aber noch mein schlechtes Gewissen, eine diesel-betriebene Heizung eingebaut zu haben. Ich will da auf youtube keinen shit-storm auslösen.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Erste Annäherung an die mögliche Reichweite

Nachdem ich die ersten Male die Batterien immer sehr zeitig nachgeladen habe,
wollte ich jetzt mal versuchen, wie weit mein Scirocco mit den 180Ah Zellen denn fährt.

Ich habe mich nochmal an die vielen Artikel von Jack Rickards erinnert. Er vertritt ja die Meinung, das die Haltbarkeit, also die Anzahl der möglichen Ladezyklen, deutlich ansteigt, wenn man die LiFePo4 Zellen nur gemäßigt entlädt und auflädt. Anhand einer selbsterstellten Entladekurve zeigt er auch deutlich, wie schnell die Batterien sich entladen, wenn sie erstmal die 3,1V Grenze unterschritten haben.

Um möglichst lange von seinem Akkupack zu haben, empfiehlt er eine Entladung bis maximal 3,0V. Bei meinen 30 Batterien könnte ich dann bis 90V runter fahren, wenn es da nicht einzelne Ausreißer geben könnte. Wenn man sich dieser Grenze nähert, kann mal also durchaus mal einen Blick auf das BMS riskieren, um die jeweils schwächste Zelle aus dem Pack zu beobachten.


Ich bin heute gefahren, bis die Volt-Anzeige im Stand, also ohne Belastung, noch 95V angezeigt hat. Das entspricht einer Zellenspannung von 3,17V sofern der Akkupack noch perfekt balanciert ist. Der Kilometerzähler zeigt 136km seit der letzten Ladung an.


Auf der Entladekurve von Jack Rickard, die genau mit dem von mir verwendeten Batterietyp erstellt wurde, kann man sehen, wie nahe ich an die Grenze herangekommen bin. Diese Entladekurve ist Teil von Jack's Doku zum Thema 'Cellcare', die ihr hier finden könnt:

http://media3.ev-tv.me/cellcare.pdf


Sonntag, 12. Oktober 2014

Off-Topic: die 12V-Elektrik des Sciroccos schwächelt

Es ist doch schon viele Jahre her, dass ich mal mit Autos aus dem Baujahr 1986 unterwegs war. Ich dachte erst, es liegt am Alter, dass die Sicht bei Dunkelheit trotz der vielen Scheinwerfer des Sciroccos so düster bleibt. Ich habe dann mal Google bemüht und siehe da, das geht ja vielen VW Besitzern so. Leider haben schlaue Köpfe bei Volkswagen entschieden, den kompletten Stromkreis der vorderen Beleuchtung durch die verschiedenen Schalter und knapp bemessene Kabel zu schicken.

Es ist durchaus üblich, dass an den vorderen Scheinwerfern weniger als 10V ankommen und für funzelige Beleuchtung sorgen. Weiterhin quittieren der Schalter für das Abblendlicht und der Lenkstockschalter gerne ihren Dienst, nachdem die internen Kontakte über die Jahre wegen der hohen Ströme wegbrennen. 
Ich habe gleich mal nachgemessen und tatsächlich, da kommen wirklich nur 10,7V an den eingeschalteten Scheinwerfern an. Ob das jetzt an den betagten Schaltern liegt, ist eigentlich egal, denn neue Schalter gibt es ohnehin nicht mehr. Ob die Ersatz-Schalter vom Schrottplatz weniger verkokelt wären als die eigenen, weiss man auch nicht.

Da hilft eigentlich nur noch der Umbau auf Relaisschaltung. Schaltpläne dafür gibt es schon wie Sand am Meer, da noch viele andere ältere (und neuere) VW Modelle betroffen sind. Also habe ich gleich mal alles Nötige beim Elektronik Versand meines Vertrauens bestellt und folgendes umgesetzt:

6mm2 Kabel von der Batterie über eine Sicherung an zwei Kfz-Relais. Von einem der originalen H4 Stecker habe ich mir die 12V vom Abblendlicht und vom Fernlicht abgegriffen. Diese steuern jetzt nur noch die Relais an, eins für das Abblendlicht und eins für das Fernlicht. Die geschalteten 12V gehen dann jeweils über separate 2,5mm2 Kabel und Sicherungen zu den Scheinwerfern. Weiterhin werden alle Scheinwerfer an neue 2,5mm2 Massekabel angeschlossen.


Die alten Kabelbäume werden einfach nur von den Scheinwerfern abgezogen. Einer der H4 Stecker dient zur Ansteuerung der beiden Relais, ansonsten ist der alte Kabelbaum überflüssig, wird vor Spritzwasser geschützt und beiseite gelegt. Alle vorderen Scheinwerfern sind jetzt an den neuen Kabelbaum angeschlossen, der zu den Relais verläuft. Und siehe da, jetzt kommen 13,2V an den Lampen an.

Ich habe versucht Fotos vor und nach dem Umbau zu machen. Meine Kamera war aber nicht davon begeistert, in die Scheinwerfern rein zu fotografieren. Etwas besser lässt sich der Unterschied an der angeleuchteten Wand erkennen.

Samstag, 11. Oktober 2014

Ein Steuerbescheid für meinen elektrischen Scirocco

Warum sollte es bei mir besser klappen als bei vielen anderen Umrüstern. Jetzt kam erstmal ein Steuerbescheid für mein Elektroauto. Zwar mit ermäßigtem Steuersatz für Elektrofahrzeuge, aber von 10 Jahre Steuerbefreiung keine Spur, da ja die Erstzulassung meines 86er Sciroccos deutlich vor dem 31.12.2015 liegen würde.

Murphys Gesetz lässt grüßen, meine beiden Bekannten aus einem benachbarten Kreis, für die aber das selbe Zollamt zuständig ist, konnten vom ersten Tag an steuerfrei fahren. Ich muss jetzt erst wieder rumtelefonieren und evtl. noch Einspruch einlegen.

Die zentrale Rufnummer (bundesweit) für das Zollamt ist übrigens von morgens bis abends besetzt. Nur außerhalb der Bürozeiten bekommt man eine Stimme zu hören. Dank Google konnte ich aber auch eine direkte Durchwahl von 'meinem' Zollamt finden und ich bin zum Glück nicht wieder an diese zentrale Rufnummer verwiesen worden. Stattdessen hatte ich eine sehr engagierte Mitarbeiterin am Telefon, die sich trotz des nahenden Feierabends mit meinem Problem beschäftigt hat. Bei ihrem ersten Rückruf war sie noch davon überzeugt, das alles richtig gelaufen ist, ihr Chef hatte das auch schon bestätigt. 

Ich habe nochmals meine Bedenken geäußert, da ja schließlich alle anderen umgerüsteten Fahrzeuge steuerfrei unterwegs seien. Sie hat daraufhin weitergesucht und in ihrem Computer tatsächlich steuerbefreite Elektroautos älteren Baujahres finden können. Sie hat sich zunächst wieder verabschiedet, um herauszufinden, warum das bei diesen anderen Umbauten möglich war. Dabei hat sie scheinbar die passende Verfahrensbeschreibung finden können. "Ganz zuunterst, in einem verschlossenen Aktenschrank, in einem unbenutzten Klo, an dessen Tür stand: Vorsicht, bissiger Leopard!"

Wenn die Zulassungsstelle beim Ausfüllen der Zollpapiere (also die, für die Kfz-Steuer) das Datum der erstmaligen Zulassung als Elektrofahrzeug vermerkt hätte und nicht einfach nur die Erstzulassung, dann hätte alles wunderbar geklappt.

Montag, 29. September 2014

Endziel TÜV Abnahme erreicht !

Anmerkung2: Die HTML Adresse des Post setzte sich natürlich immer noch aus meinem ersten Titel zusammen. Google zeigte keine Gnade und hat den Post weiterhin ignoriert. Ich habe ihn nochmal neu eingestellt.

Anmerkung: Ich musste einfach mal den zweideutigen Titel abändern, da ich das Gefühl hatte, dass die Google-Suchmaschine meinen Post ignoriert hat . . .


Heute zur Endabnahme hat es auch Rainer geschafft, mit seinem elektrischen B-Kadett vorbeizukommen. Wir haben die Zeit nach den diversen Checks, als der Prüfer nur noch den Papierkram abarbeiten musste, zu einem kleinen Treffen genutzt.


Dank der Erstbegutachtung vor zwei Wochen, war es für den Prüfer heute hauptsächlich Routinearbeit, seine Checkliste durchzugehen, die Daten aller Komponenten zu erfassen und den Umbau mit vielen Fotos zu belegen.

Dazu kam dann noch die Messung der Geräuschemmision  und der Höchstgeschwindigkeit. Letzteres war Neuland für mich, die hatte ich noch nicht ausprobiert. Wir sind dann zusammmen auf die Autobahn gefahren und der Prüfer hat über GPS unsere Fahrt und insbesondere die Geschwindigkeiten protokolliert. Mit Bleifuß im fünften Gang irgendwo oberhalb der 4500 Umdrehungen, kam nicht mehr viel vom Motor und es wurden amtliche 145km/h festgestellt. 

Auch die seit 14 Jahren überfällige Hauptuntersuchung verlief positiv, aber auch hier hatten wir ja vor zwei Wochen schon den Austausch des Simmerrings abgesprochen.
Nachmittags dann weiterer Papierkram auf der Zulassungsstelle und jetzt darf der elektrische Scirocoo endlich am Straßenverkehr teilnehmem.



Donnerstag, 25. September 2014

Flotter Dreier auf dem TÜV Gelände

Heute zur Endabnahme hat es auch Rainer geschafft, mit seinem elektrischen B-Kadett vorbeizukommen. Wir haben die Zeit nach den diversen Checks, als der Prüfer nur noch den Papierkram abarbeiten musste, zu einem kleinen Treffen genutzt.


Dank der Erstbegutachtung vor zwei Wochen, war es für den Prüfer heute hauptsächlich Routinearbeit, seine Checkliste durchzugehen, die Daten aller Komponenten zu erfassen und den Umbau mit vielen Fotos zu belegen.

Dazu kam dann noch die Messung der Geräuschemmision  und der Höchstgeschwindigkeit. Letzteres war Neuland für mich, die hatte ich noch nicht ausprobiert. Wir sind dann zusammmen auf die Autobahn gefahren und der Prüfer hat über GPS unsere Fahrt und insbesondere die Geschwindigkeiten protokolliert. Mit Bleifuß im fünften Gang irgendwo oberhalb der 4500 Umdrehungen, kam nicht mehr viel vom Motor und es wurden amtliche 145km/h festgestellt. 

Auch die seit 14 Jahren überfällige Hauptuntersuchung verlief positiv, aber auch hier hatten wir ja vor zwei Wochen schon den Austausch des Simmerrings abgesprochen.
Nachmittags dann weiterer Papierkram auf der Zulassungsstelle und jetzt darf der elektrische Scirocoo endlich am Straßenverkehr teilnehmem.